Über uns

JoG Ba-Wü gibt es schon seit Dez. 2005. Angefangen habe ich alleine. Es sind immer wieder Jugendliche dazu gestoßen und sind leider nach kurzer Zeit nicht mehr wieder erschienen. Inzwischen bin ich und der Khals die einzigen aktiven in Ba-Wü.

Wir rufen um mehr Engagement von Jugendlichen. In Baden-Württemberg soll eine Landesgruppe der JoG (Jugendliche ohne Grenzen) aufgebaut werden. Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg wird die Arbeit der Gruppe nach Möglichkeiten unterstützen. Junge Flüchtlinge, die Interesse an einer Mitarbeit haben, können mit mir Kontakt aufnehmen.

.

.

zu Rojin:
Ich heiße Rojin. Das ist kurdisch und bedeutet Sonnenaufgang. Ich wurde 1986 im Südosten der Türkei geboren und habe noch fünf jüngere Brüder. Seit der Gründung der Republik Türkei wird die kurdische Bevölkerung diskriminiert und unterdrückt. Jede Kurdin und jeder Kurde erlebt diese Diskriminierung am eigenen Leib. Das fängt schon bei der Geburt an. Denn die türkischen Behörden akzeptieren keine kurdischen Namen. Deshalb durften meine Eltern meinen Namen beim Standesamt nicht eintragen lassen und mussten einen Namen aussuchen, den die türkischen Beamten akzeptierten. Daher ist Rojin „nur“ mein Rufname. Ich habe wenige Erinnerungen an mein Leben dort. Als ich zehn war, sind wir nach Deutschland geflüchtet, weil wir in der Türkei wegen der politischen Verhältnisse keine Zukunft hatten.
Momentan besuche ich die 13. Klasse eines Wirtschaftsgymnasiums und strebe dort meinen Abitur.

.

.

zu Khals:
Ich bin 30 Jahre alt und komme aus Erbil (Irak). Ich bin seit 2002 in Deutschland und besitze heute noch eine Duldung. In Irak herrscht immer noch Krieg und es ist sehr schwer dort zu leben. Auch in Iran und Türkei sind Menschen von der Krieg betroffen. Trotzdem will die Bundesrepublik Deutschland Asylsuchende nach diese Krisengebiete Abschieben! Besonders ist es schwer abgeschoben zu werden, wenn man in Deutschlang seit längerer Zeit lebt. In Deutschland und Irak sind die Lebensbedingungen sehr unterschiedlich.

Meine politische Arbeit ist mit JoG nicht fertig, sondern auch in dem Verein “internationale irakische Federation für Flüchtlinge”

Seit 5 Jahren habe ich einen festen Arbeitsvertrag und kann ohne Hilfe vom Staat leben.

Meine Motto: Bleiberecht für Alle !!!

.

zu Khals’ leben in Irak:

Mein Name ist Assad Hamad Khals. Ich bin am 24.05.1978 in Arbel, Nordirak geboren. Ich will hier erzählen, was ich in Irak gesehen habe:

Ich war 2 Jahre alt, als Irak und Iran mit dem Krieg angefangen haben. Jeden Tag haben iranische Flugzeuge meine Stadt bombardiert. Ich habe Angst gehabt. Jedes Mal musste ich mich verstecken. Das hat 8 Jahre gedauert.

Nach 2 Jahren hat ein anderer Krieg angefangen, diesmal zwischen Irak und Kuwait. Wir haben unser Haus verlassen und ins Dorf gefahren, um uns wieder zu verstecken. Ich war noch ein Kind. Irak hat Kuwait kontrolliert. Amerikanische Soldaten haben irakische Soldaten aus Kuwait raus gemacht. Natürlich mit Panzer und und Flugzeuge. Unsere Stadt wurde auch bombardiert. Wir hatten Glück gehabt, dass wir nicht gestorben sind, weil wir uns im Dorf versteckt haben.

Dann kam der Krieg zwischen Irak und den Kurden. Die irakischen Soldaten haben meine Stadt verlassen. Wir haben unsere Lebensgrundlage wiederaufgebaut und danach kamen die irakischen Soldaten zurück, mit Panzern, und bombardierten wieder meine Stadt. Wieder haben wir unsere Stadt verlassen und sind bis zur Grenze zu Iran gegangen. Das hat 12 Tage gedauert: manchmal zu Fuß, manchmal mit dem Auto. Das war für mich und alle Leute schwer, weil ich noch ein Kind war.

Wir sind nach Kore gegangen und dort geblieben. Kore ist eine kleine Stadt in der Nähe von Arbil und  ichtung iranische Grenze. Irakische Soldaten haben angefangen zu bombardieren. Ich weiß nicht, wie viele Leute dort waren, aber es waren viele Leute. Alle hatten Angst. Wir haben uns versteckt. Es war kalt ohne Ende. Wir hatten Hunger.

Viele Leute haben sich getrennt:

Vater von Mutter, Mutter von Kind…

Wir haben Kore verlassen, aber ich, meine Mutter, meine Schwester, meine zwei Brüder, ein kleiner und ein älter als ich, haben meinen Vater, zwei Brüder und drei Schwestern aus den Augen verloren. Wir sind weiter bis zur Grenze zwischen Irak und Iran gelaufen. Es war voll mit Schnee, sehr kalt in den Bergen. Mein kleiner Bruder weinte. Es war nur Schwierigkeit und Schmerz, bis wir meinen Vater und die anderen gefunden haben.

Wir sind 3 Monate lange gelaufen und zurück in meine Stadt gegangen, um unsere Lebensgrundlage wieder aufzubauen. Wir haben kein Geld gehabt und ich, obwohl ich ein Kind war, musste arbeiten.

Ich und mein älterer Bruder haben abends Essen auf der Straße verkauft. Meine Augen schmerzten und ich habe angefangen zu weinen. Ich wollte nicht weinen. Ich habe nicht gewusst, dass es Gas war. Mein Bruder hat es gewusst und hat gesagt „Geh nach Hause“. Eines Tages war mein Oberkörper in Flamen. Ich wurde ins Krankenhaus gefahren. Danach bin ich zu Hause geblieben, bis ich wieder gesund war.

Der Bürgerkrieg der Kurden im Nordirak hat angefangen: islamische Partei gegen P.U.K. Es ist wieder Krieg in unserer Stadt und die Leute müssen wegen der Schießerei zu Hause bleiben und sich verstecken. Ich habe mich mit meiner Familie zu Hause versteckt. Ich habe Angst gehabt.

Nach diesem Krieg kam der andere Krieg: P.U.K. gegen K.D.P. Ich habe damals in einem Restaurant gearbeitet und wir haben es jeden Tag geöffnet. P.U.K. hat gegen K.D.P gekämpft. Wir mussten das Restaurant zumachen, nach Hause gehen, zu Hause bleiben. Das Restaurant war von Morgen bis Abend zu. K.D.P hat den Krieg verloren und die Stadt verlassen. Sie haben versucht mit aller Kraft zurückzukommen und es doch nicht geschafft.

Eines Tages, um 7.00 Uhr wollte ich zur Arbeit gehen. Ich habe die Bomben gehört. Ich habe meinen Chef gefragt: „Soll ich das Restaurant aufmachen?“. Er hat mir gesagt:

„Hörst du das nicht? Willst du das Restaurant aufmachen? Geh nach Hause.“

Um 9.00 Uhr bin ich nach Hause gegangen. Ich habe noch das starke Geräusch der Bomben gehört. Langsam, langsam ist die Stadt leer geworden. Um 12.00 Uhr waren alle zu Hause und sind dort geblieben. Ich habe Angst gehabt. Mit Angst bin ich zu Hause mit meiner Familie geblieben und aufgewachsen. Ich war zu Hause. Ich habe mich auf den Boden gelegt. Draußen bombardierten Sadams-Soldaten zusammen mit K.D.P. in meiner Stadt. Sie haben P.U.K. weg gemacht.

Ich war eines Tages im Restaurant und habe Fleisch für unsere Kunden geschnitten. Ich habe ein Auto gesehen. Alle vier Türe waren offen. Ein Kunde hat Angst gehabt. Ich saß auf dem Stuhl und habe Fleisch geschnitten. Er hat sich hinter mich versteckt. Ich habe ihn gefragt:

„Was machst du?“ Er hat gesagt: „Siehst du es nicht? Ich habe es gesehen:

ein Mann ist mit seinem Kalaschnikof gelaufen und ist danach weggelaufen. Wir haben Glück gehabt, dass die Schießereien nicht in Restaurant angefangen haben.

Später habe ich etwas gehört. Es war ein Kind, 5 Jahre alt. Eine Kugel hat ihn getroffen. Sie war tot. Es hat in der Nähe von ihr zu Hause gespielt. Es war für sie der letzte Tag.

Über noch einen Tag will ich erzählen:

Ich bin zur Arbeit gegangen und wollte die Arztstraße mal laufen. Ich bin über die andere Straße zur Arbeit gegangen. Dieses Mal habe ich Glück gehabt. Es war morgen früh, um 7.30 Uhr. Ich musste nur morgens arbeiten. Eine Bar hat in der anderen Straße explodiert. Ich habe es gehört, aber ich habe nicht gewusst, dass es ein Bombenanschlag war. Ich bin zur Arbeit gegangen. Ich habe von den anderen Leuten gehört, das es die Bar war, die explodiert hat. Ich habe Glück gehabt, dass ich diesen Morgen nicht die andere Straße entlang gelaufen bin.